Häufig gestellte Fragen und Antworten


 

Was ist das Rebsortenarchiv?

Das "Rebsortenarchiv" ist eine private Sammlung von historischen Rebsorten, die aus alten, wurzelechten Weinbergen und über 100-jährigen Weinbergsbrachen gerettet wurden oder Vermehrungen von alten Hausstöcken sind. Seit 2005 ist der Rebsortenkundler Andreas Jung in Deutschland, Polen und der Schweiz unterwegs, um alte und vergessene Sorten aufzuspüren und zu identifizieren. Über 280 seltene Rebsorten und über 1200 erhaltungswürdige Rebsortenklone wurden seither in Privatinitiative eingesammelt, auf eigene Kosten in Rebschulen vermehrt, virusgetestet und zur Erhaltung in der noch verfügbaren Klonenvielfalt im Rebsortenarchiv wieder angepflanzt. Das Rebsortenarchiv umfasst mittlerweile 1,5 ha an mehreren Standorten in Rheinland-Pfalz, Hessen und Württemberg. 2012 kommen noch 0,5 ha mit alten Sorten dazu. Der Südpfalzweinberg war die erste Erhaltungsanlage dieser Art, später sind weitere Rebsortenarchive in Rheinhessen, an der Hessischen Bergstraße und in Gundelsheim am Neckar dazugekommen. Ziel des Projekts "Rebsortenarchiv" ist die Erhaltung der Gesamtheit der historischen, im zentraleuropäischen Raum dokumentierten Rebsorten in praxistauglicher Anbauqualität und in der noch verfügbaren Klonenvielfalt. Wichtige und altehrwürdige Sorten sollen in die Weinbaupraxis rückgeführt werden.

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Warum "private" Rebsortenarchive?

Diese private Erhaltungsinitivative wurde notwendig, da sich die staatlichen Rebenzuchtbetriebe bis heute nicht ausreichend um den Erhalt des historischen Sortenerbes kümmern. Den drei, seit 1990 in den Markt eingeführten Traditionssorten Tauberschwarz, Muskat-Trollinger und Roter Riesling stehen über hundert Sorten gegenüber, die bis zu ihrer Neuentdeckung durch Andreas Jung offiziell als ausgestorben oder gar nicht existent galten, darunter berühmte Sorten wie Kleiner, Großer Burgunder, Clävner, Möhrchen oder Süßschwarz. Seit 1950 wurden die Steuergelder in der staatlichen Rebenzüchtung ausschließlich für kommerzielle Züchtungszwecke verwendet, sei es, um neue Sorten wie Regent, Faberrebe oder Dornfelder zu züchten, sei es, um neue Marktklone von den wenigen, aber viel verkauften Traditionssorten wie Riesling oder Spätburgunder zu selektieren. Diese staatseigenen, mit Steuergeldern produzierten Zuchtklone werden zusammen mit neu eingekauften Klonen (z.B. Merlot) auf dem europäischen Markt zu Dumpingpreisen angeboten. Ihrer eigentlichen Hoheitsaufgabe, der nachhaltigen Erhaltung der Gesamtheit der heimischen Rebsorten- und Klonenvielfalt, sind die staatlichen Züchter seit 1929 nicht mehr gebührend nachgekommen. Stattdessen wurden 5 historische Rebsortimente gerodet oder aufgegeben und bisherige Sortimente verkleinert. Man konzentrierte sich auf Neuzüchtungen und die 26 klassischen Sorten, die beim Bundessortenamt eingetragen und in den meisten Bundesländern zum Anbau zugelassen worden sind. Dabei waren bis Ende 2009 in den alten, vor 1950 angelegten Weinbergen noch über 350 Rebsorten anzutreffen, darunter 243 historische Sorten, von denen 89 ausgestorben waren. Die große Mehrheit der 670, im deutschsprachigen Kulturraum zwischen 1750 und 1850 dokumentierten Rebsorten ist komplett vernachlässigt worden. Hunderte von Sorten sind in Vergessenheit geraten und ausgestorben. Seit 1929 hat kein staatlicher Züchter mehr versucht, gesunde Klone von erst verbotenen, dann nach dem Krieg komplett ignorierten Rebsorten einzusammeln. Niemand hat versucht, historische Sorten ohne Zulassung in virusfreier, praxistauglicher Anbauqualität für für die Nachwelt zu erhalten. Die wenigen, verbliebenen Einzelexemplare einheimischer Rebsorten in den staatlichen Sammlungen stammen größtenteils noch aus Vorkriegsbeständen. Während beim Riesling mittlerweile 500 Klone gesammelt worden sind, wurde die Klonenvielfalt der vielen nicht klassifizierten Sorten systematisch auf 3-4 Stock je Sorte herunterreduziert. Ohne gezielte Duplikationsmaßnahmen sind viele Sorten durch immer aggressivere Holz- und Pilzkrankheiten vom Absterben und vom Aussterben bedroht. Mangels unterlassener phytosanitärer Maßnahmen sind die Stöcke zudem häufig virusinfiziert. Das heisst, dass sie ohne aufwändige Sanierungsmaßnahmen nicht mehr für die Weinbaupraxis tauglich sind.

Kurzum: das bisherige System der Sortenerhaltung mit 3-5 Rebstöcken in staatlichen Zuchtsortimenten ist nicht nachhaltig und war nie ausreichend. Es hat in zu vielen Fällen versagt. Rund 100 in Deutschland, der Schweiz und Polen wiederentdeckte historische Sorten galten vor Kurzem noch als ausgestorben. Über 150 Sorten sind immer noch verschollen. Angesichts des immer schnelleren Verschwindens der letzten alten Weinberge mit historischen Sortengemischen ist es für viele Sorten bereits 5 nach 12. Und während die Staatsbetriebe das Problem weiterhin aussitzen, wurde von privater Seite gehandelt. Das Ergebnis dieser privaten Rettungsaktionen ist in den Rebsortenarchiven zu begutachten. Mehr als 300 historische Sorten und über 1300 Klone (Stand 2012) wurden seit 2005 von Andreas Jung eingesammelt. Der Südpfalzweinberg ist das erste und älteste Rebsortenarchiv, das mittlerweile in Produktion steht. Als zu 100% privat finanzierte Rebengenbank bedarf dieses Erhaltungsprojekt jedoch Ihrer Unterstützung.

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Was bedeutet „Rebenpatenschaft“?

Mit der Übernahme einer Patenschaft in einem der Rebsortenarchive unterstützen Sie den Fortbestand von seltenen, aus alten Weinbergen vor dem Aussterben geretteten Rebsorten und Klone. Mit ihrer finanziellen Unterstützung tragen Sie so nicht nur zum Erhalt unserer einheimischen Rebsortenvielfalt, sondern auch zur Bewahrung der noch verfügbaren Klonenvielfalt bei.
Als Gegenleistung erhalten Sie eine persönliche Urkunde über die Patenschaft für 4 bzw. 5 Rebstöcke der von Ihnen ausgesuchten Rebsorte. Ihre Patenrebstöcke werden mit einer Tafel namentlich gekennzeichnet. Von den aus den Rebsortenarchiven geernteten Trauben wird Wein gekeltert.Von diesem Patenwein senden wir Ihnen jährlich sechs Flaschen zu, die mit einem besonderen Etikett ausgestattet sind. Wir laden Sie zu einer jährlichen Veranstaltung mit kulinarischer Weinprobe ein, und natürlich dürfen Sie Ihre Reben nach Voranmeldung auch besuchen.

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Wie werde ich Rebenpate?

Einfach den Antrag ausfüllen und per Post, Telefax oder E-Mail an das Rebsortenbüro Andreas Jung senden.

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Wie lange dauert eine Patenschaft?

Es gibt einmalige und fortlaufende Patenschaften. Einmalige Patenschaften können Sie für 1, 3 oder 5 Jahre übernehmen und z.B. verschenken oder übertragen. Fortlaufende Patenschaften können Sie nur selbst abschließen. Diese verlängern sich zu Jahresbeginn automatisch, können aber bis zum 1. Dezember des Vorjahres ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

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Wird die Patenschaft komplett im Voraus bezahlt?

Einmalige Patenschaften werden für den gewählten Zeitraum in der genannten Höhe komplett im Voraus bezahlt. Der Jahresbeitrag von fortlaufenden Patenschaften wird bei Abschluss im Voraus, in den Folgejahren vor Auslieferung des Weins bezahlt. Hierzu erhalten Sie eine Rechnung über die Höhe des jährlichen Patenschaftsbeitrags.

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Kann ich eine Rebenpatenschaft auch verschenken?

Eine Rebenpatenschaft eignet sich auch als Geschenk, z.B. zum Geburtstag, zu einem Jubiläum oder zu jedem anderen Anlass. Einfach auf dem Antrag den Namen und die Adresse des Beschenkten eintragen und das Feld "einmalige Patenschaft" ankreuzen. Sie können selbst das Datum bestimmen, das auf der Urkunde eingetragen werden soll.

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Bekomme ich Wein von meiner Patenrebsorte?

Sie bekommen Wein, in dem Ihre Sorte enthalten und auf dem Etikett vermerkt ist. Die Herstellung von sortenreinen Weinen ist aus kellertechnischen Gründen erst ab größeren Erntemengen praktikabel. Deshalb werden aus den verschiedenen alten Sorten je nach Stockzahlen passende Cuvées hergestellt, so wie das früher im Mischsatz die Regel war. Die Sorten stammen alle aus alten Mischsätzen, so dass die Cuvées eine Art historisches Geschmackserlebnis darstellen. Von Sorten im "Versuchsanbau" mit über 300 Stöcken kann bald auch sortenreiner Wein angeboten werden.

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Kann ich den Wein auch kaufen?

Wenn Ihnen der Wein schmeckt, können Sie natür¬lich auch Wein aus den Rebsortenarchiven kaufen, sofern er nicht für Paten reserviert ist. Rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns eine E-Mail.

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Wann wird der Patenwein verschickt?

Der Wein aus einem aktuellen Jahrgang wird nach der Ernte im darauffolgenden Frühjahr in Flaschen abgefüllt und ist dann versandfertig. Sofern ein Jahrgang nicht ausverkauft ist, kann der Wein auch zu Weihnachten bzw. zum jeweiligen Beginn einer Patenschaft versendet werden, ansonsten erst nach der Flaschenfüllung im Frühjahr. Bei mehrjährigen Patenschaften erhalten Sie Ihren Patenschafts¬wein jeweils nach der Abfüllung bis spätestens Mai.

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